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Erpressung per E-Mail

Kamera gehackt, beim Pornogucken gefilmt?

Per E-Mail wollen Abzocker Kohle machen. Sie behaupten, den Empfänger bei sexuellen Handlungen gefilmt zu haben und erpressen ihn. Manchmal stehen in den Mails sogar echte Passwörter oder Handynummern des Empfängers!

Eine Frau positioniert eine Webcam auf ihrem PC-Monitor. Bild: Dan Race / Fotolia.com

Die Erpressung kommt per E-Mail. An eine bestimmte Bitcoin-Adresse soll Geld gezahlt werden. Damit könne der Empfänger verhindern, dass Aufnahmen von ihm im Netz veröffentlicht werden. Diese Aufnahmen sollen ihn bei sexuellen Handlungen beim Ansehen eines Pornos zeigen.

Der Absender behauptet, die Kamera des Smartphones oder Computers des Empfängers gehackt zu haben und so an die Aufnahmen gekommen zu sein, berichten das Landeskriminalamt (LKA) Rheinland-Pfalz. Wie die Polizei Bochum mitteilt, werden ähnliche Erpresserschreiben sogar als Briefe verschickt.

Allerdings solltet ihr nicht in Panik verfallen, wenn ihr so einen Brief oder eine E-Mail bekommt! "Bei den Drohmails handelt es sich um einen Massenversand an beliebig ausgewählte Adressaten", teilt das LKA mit. Es ist also vermutlich schlicht Spam! Die Ermittler haben keine Hinweise darauf, dass die Computer oder Handys der Mail-Empfänger tatsächlich gehackt wurden oder dass tatsächlich solche Videos, wie vom Absender behauptet, existieren.

Allerdings berichtet das Online-Portal mimikama.at über einen Fall, in dem ein Facebook-Nutzer mit gefälschten Chats auf ähnliche Weise erpresst werde und tatsächlich der Arbeitgeber informiert worden sein soll. Werdet ihr also mit einer E-Mail oder einem Brief erpresst, erstattet Anzeige bei der Polizei!

Um ihre Glaubwürdigkeit zu erhöhen, setzen die unbekannten Absender inzwischen sogar echte Passwörter in die Mail, die der Empfänger tatsächlich irgendwo nutzt, berichtet heise.de. Auch von den korrekten letzten Ziffern der eigenen Handynummer berichten checked4you-Leser (s. Kommentare unten). Die Infos stammen vermutlich aus geknackten Datenbanken und haben nichts mit der Behauptung in der E-Mail zu tun. Solltet ihr so eine Nachricht erhalten und euer Passwort erkennen, ändert es überall dort, wo ihr es nutzt! Generell empfehlen wir ja aber sowieso, für jeden Dienst ein eigenes sicheres Passwort zu verwenden.


Kamera schützen

Es ist tatsächlich möglich, Kameras so zu hacken, dass man euch unbemerkt filmen kann. Das könnt ihr aber mit einem einfachen Mittel verhindern: Klebt die Kamera eures Monitors oder Smartphones mit einem kleinen Stück Papier ab und befreit sie davon, wenn ihr sie mal braucht.


(hamo)

Der Text dieses Beitrags steht unter Creative-Commons-Lizenz: Was bedeutet das?

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10 Kommentar(e)

  • Persy
     

    Erpresung

    Ich empfand die Unterstützung durch die Verbraucherzentrale sehr hilfreich und bin froh, dass es diese gibt.

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  • Leisegang Kairn-Mairia
     

    Fishing

    Habe Heute auch eine Erpresser-Mail bekommen in der ich 500€ auf ein Bitcoin-Konto zahlen soll, sonst werden die angeblichen Videos etc....öffentlich gemacht. Sie schreiben das trotzdem, auch wenn man seine Kamera niemals öffentlich hatte und zu geklebt hat. Ich habe einen kleinen schwarzen Klebepunkt darauf geklebt, da kann niemand durchsehen. Habe es bei der Polizei angezeigt, weil es eine Straftat ist, jemanden zu erpressen. Ich frage mich bloß wie die zu meiner E-Mailadresse kommen? Ich gehe mit der nicht hausieren.

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  • Oscar Felix
     

    Anzeige lohnt nicht, Vorgehensweise der Betrüger

    Ich habe auch ein solche Mail erhalten, ich soll 1000$ an eine Bitcoin-Adresse bezahlen. Ich komme aus der EDV-Branche und bin dem Ganzen mal nachgegangen:

    - ich kann die Mailadresse, an die Mail gesendet wurde, eindeutig identifizieren und so einem Hack aus 2016 bei myspace.com zuweisen. Die Adresse ist im Darknet wohl für kleines Geld verkauft worden.

    - der Absender scheint, oberflächig gesehen, mein Mailserver zu sein. In Wirklichkeit verbirgt sich ein Mailprovider in den USA dahinter. Dort kann man für kleines Geld reine Mailserver mieten und dann z.B. Massenspam verschicken. Nach Versenden der Mails ist die Mailadresse nicht mehr zu erreichen.

    - die angegebene Bitcoin-Adresse ist nach 24h ungültig und damit mehr nachverfolgbar.

    Bevor in Deutschland Behörden in solchen Sachen tätig werden (können), werden Tage oder Wochen vergehen. Die dahin ist das alles Schnee von gestern und Ermittlungen werden im Sande verlaufen.

    Also als SPAM abhaken und vergessen und niemals Links aus solchen Mails aufrufen!

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  • Peter
     

    Auch ich habe Mail erhalten.

    Auch ich habe solch eine Mail heute erhalten. Ich soll $1400 in Bit Coins bezahlen.
    Hab gleich gegoogelt, ob Web cam extern aktivieren werden kann,
    Hab AntiVirus Software Programm auf dem iPad.....

    Hab die Spam Mail nur gelesen, da ich mein Passwort gelesen habe. Wurde sofort geändert....
    Links oder ähnliches waren nicht enthalten....

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  • Ryan
     

    Mail mit meiner Handynummer

    Auch ich habe eine solche Mail bekommen. Aber anstelle eines Passworts wurde meine Telefonnummer (die letzten vier Ziffern) angegeben. War schon etwas gruselig aber meine Nummer gebe ich häufig an und lässt sich bestimmt einfach rausfinden.
    Es wurde ein Bitcoin Konto angegeben und um 1000€ in 48 Stunden gebeten. Als Beweis würden sie wenn ich möchte, das Video an meine ersten 6 Kontakte schicken. Hab die Mail leider direkt gelöscht.

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  • checked4you
     

    Re: Mail mit meiner Handynummer

    Hallo Ryan,
    danke für deine Schilderung. Ich bin gespannt, welche Varianten sich die Kriminellen noch einfallen lassen, um ihre Erpressungen echt aussehen zu lassen.
    Grüße
    Hauke

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  • cada
     

    Erpresser Mail mit meiner Handynummer

    Hallo, auch ich habe eine derartige Mail mit meiner Handynummer erhalten. Reicht zur eigenen Überprüfung aus, McAffee-Virenscanner und Malewarebytes suchen zu lassen? Kann man sich auf ein negatives Ergebnis der Suchen verlassen?

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  • cada
     

    Erpresser Mail mit meiner Handynummer

    Hallo, auch ich habe eine derartige Mail erhalten. Reicht es aus, zur Recherche McAffee-Virenscanner und Malewarebytes durchlaufen zu lassen?

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  • checked4you
     

    Re: Erpresser-Mail mit meiner Handynummer

    Hallo cada,
    einen Virenscanner über sein System laufen zu lassen kann nie schaden. Allerdings geht die Polizei davon aus, dass diese Erpresser-Mails vollkommen aus der Luft gegriffen sind und der Absender deine Kamera gar nicht tatsächlich angezapft hat.
    Gruß
    Hauke

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  • Sabine
     

    Erpressung per E-Mail

    Ich habe so eine Email vor Wochen bekommen und einfach gelöscht. Es ist nichts mehr nachgekommen. Sollte noch was kommen, gehe ich sofort zur Polizei. Hab ich leider zu spät gelesen.

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