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Wenn die Haut wütend wird

Kosmetikallergien

Eigentlich soll die schöne neue Creme die Pickel abdecken. Doch was geschieht? Nach dem Auftragen ist das Gesicht mit Pusteln übersät. Typischer Fall von Kosmetikallergie...

Rotes Gesicht (Bild: Jürgen Fälchle / fotolia.com)

Empfindliche Menschen können vor allem auf Duft-, Farb- oder Konservierungsstoffe reagieren. Experten sprechen von einer so genannten "Kontaktallergie". Man unterscheidet dabei zwei Typen: Bei der Sofortreaktion entstehen Rötung, Quaddeln oder Schwellungen unmittelbar, nachdem das Produkt auf die Haut aufgetragen wurde. Länger dauert es hingegen bei der Spätreaktion. Ein allergisches Kontaktekzem bildet sich beispielsweise erst 24 bis 72 Stunden, nachdem Creme & Co. auf dem Körper landeten.


Die Reaktion muss auch nicht zwingend dort sein, wo man sie vermutet: Verträgt man ein Haarfärbemittel nicht, kann man auch an den Ohren oder am Hals "blühen". Und eine Allergie auf Nagellack kann auch Püstelchen im Gesicht hervorrufen - einfach, weil man sich mit der Hand übers Gesicht fährt.


EU-Kosmetikrichtlinie

Wer schon weiß, worauf er allergisch ist, der kann die Liste der „Ingredients“ prüfen. Diese Liste der INCI-Bezeichnungen ist jedoch nicht immer leicht zu entschlüsseln: Pflanzliche Bestandteile werden in der Regel in Latein aufgeführt, der Rest in Englisch. Am Anfang stehen die Stoffe, die am meisten enthalten ist, am Ende diejenigen, die nur in geringerer Dosis zu finden sind. Besonders bei kleinen Packungen findet man die Inhaltsstoffe nicht auf Lippenstift & Co. Hier hilft nur detektivisches Suchen: Irgendwo am Verkaufsständer muss eine Liste mit den Informationen angebracht sein.


Der Deutsche Allergie- und Asthmabund bedauert, dass die Bezeichnungen auf den Produkten nicht mit denen im Allergiepass übereinstimmen - die sind nämlich meistens an das Deutsche Arzneimittelbuch angelehnt. Das heißt: Allergiker müssen nicht nur wissen, was in ihrem Allergiepass steht, sondern auch noch die entsprechenden Bezeichnungen der Industrie kennen.


Eine kleine Verbesserung brachte eine Änderung der EU-Kosmetikrichtlinie. Reichte es vorher, dass lediglich der Begriff "Fragance" bzw. "Aroma" oder "Parfum" in der Inhaltsliste auftauchte, so müssen seit 2005 immerhin 26 Riechstoffe genau deklariert werden, wenn sie bestimmte Grenzwerte überschreiten. Diese Stoffe können sowohl synthetisch oder natürlich sein und sind besonders häufig Auslöser von Allergien.


Allergiearme Produkte

Allergiearme Produkte sind weniger eine Frage des Preises als der Inhaltsstoffe. So gibt es auch günstigere Firmen, die bewusst auf Parfümierung oder künstliche Konservierungsstoffe verzichten, was zumindest das Allergie-Risiko senkt. Ein unparfümiertes reines Pflanzenöl (z. B. Mandel oder Jojoba) ist besser verträglich als eine Bodylotion mit Konservierungsstoffen, Emulgatoren und Parfüm. Vor allem sollten empfindliche Menschen darauf achten, dass die Produkte unparfümiert sind. Ob die Gleichung "Naturkosmetik = weniger Allergien" aufgeht, ist hingegen eine individuelle Geschichte: Manch einer reagiert zum Beispiel auch auf Stoffe natürlichen Ursprungs.


Das Problem: Eine Allergie kann einen völlig unvorbereitet treffen. Ein neues Make Up ausprobiert - und schon sieht man im wahrsten Sinne des Wortes rot. Aber auch wenn die Haut bisher nicht gemeckert hat, kann sie plötzlich auf eine jahrelang benutzte Creme reagieren. Dann heißt es: Auf zum Hautarzt, der kann herausfinden, was die Haut wütend gemacht hat. Unerwünschte Wirkungen von Kosmetikprodukten könnt ihr auch den Behörden oder dem Hersteller melden. Sind Allergien oder Hautkrankheiten wie Neurodermitis bekannt, sollte man sich vom Hautarzt beraten lassen, welche Produkte überhaupt sinnvoll sind.


(AB)

Link zum Thema:

"haut.de": Seite zu Inhaltsstoffen und ihrer Funktion

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