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Eisige Unterschiede

Eis!

Was ist das eigentlich, was wir im Sommer so gerne essen? Ist Eis gleich Eis?

Eine Kugel Schokoladeneis wird geformt (Bild: gtranquillity / fotolia.com)

Das Speiseeis, was wir am Büdchen oder im Supermarkt kaufen, ist manchmal ein eiskalter Lügner: Nennt sich ein Eis „Erdbeereis“, muss es mindestens 20 % Erdbeeren enthalten. Heißt es „Eis mit Erdbeergeschmack“ müssen noch lange keine Früchte drin sein. Den Erdbeergeschmack liefern Aromen. Bestandteile aus der Frucht müssen nicht enthalten sein.Und auch, was mit "cremig" oder "mit Sahne verfeinert" beworben wird, hat den Namen Milcheis immer weniger verdient.


Aber die Leitsätze für Speiseeis legen genau fest, wie sich welches Eis nennen darf: Fruchteis aus der Eisdiele muss zum Beispiel mindestens 20 Prozent Früchte enthalten (bei Zitrusfrüchten zehn Prozent), Cremeeis muss mindestens 50 Prozent Milch enthalten Milcheis sogar mindestens70 Prozent. Wer sich beim Italiener um die Ecke ein Bällchen im Hörnchen gönnt, kann also einfach nachfragen, was im Eis steckt. Häufig handelt es sich um „Milcheis“. Dieses Eis darf außer Milchfett kein anderes Fett enthalten.


"Eis" ist nicht "Eiscreme"!

Bei industriell hergestelltem Eis aus der Tiefkühltruhe muss Eiscreme laut Verordnung mindestens zehn Prozent Milchfett enthalten - und genau das findet man nicht immer. Dass Milch im Eis ist, ist bei einigen Eissorten geschmackliche Illusion. Häufig wird aus Kostengründen Kokosfett statt Milchfett verwendet. Das erklärt, warum auf der Verpackung immer seltener die (geschützte) Bezeichnung "Eiscreme" zu finden ist, sondern dort schlicht und einfach "Eis" steht. Erfreulich: Im Schokoladeneis-Test der Stiftung Warentest (5/2015) enthielten die meisten Produkte Milch in der Eismasse. Aber zwei Anbieter verwendeten ausschließlich Kokosfett. Die Hersteller begründen die Zugabe von Kokosfett mit einer besseren Cremigkeit. Und da es geschmacksneutral sei, kämen der Fruchtgeschmack oder Aromen von anderen Zutaten besser zur Geltung.



Achtung

Bei Verpackungen im Supermarkt immer darauf achten, dass sie wirklich verschlossen sind. Und: Eis, das einmal aufgetaut ist, darf nicht mehr eingefroren werden.


Auch was den Geschmack angeht, so ist nicht alles Natur pur, was danach klingt. So hat Stiftung Warentest festgestellt, dass industriell hergestelltes Vanilleeis nur selten ausschließlich echte Vanille enthält. Um dennoch den Hauch von Vanille zu bekommen, verwenden die Hersteller das synthetische Vanillin, also ein künstliches Aroma. Weil es billiger ist, wird es dem natürlichen Gewürz beigemischt. Heißt ein Eis "Eis mit Vanillegeschmack", so ist klar, dass es mit echtem Vanilleeis nichts mehr zu tun hat. Beim "Vanilleeis" hingegen muss ausschließlich das Vanillegewürz enthalten sein.


Für Käufer ist es nicht immer ganz leicht, die Unterschiede heraus zu schmecken. Hilfreich bleibt da nur ein Blick auf die Zutatenliste - oder der Gang in die Eisdiele des Vertrauens. Oder:


Direkt selber machen!

Dafür braucht man nicht unbedingt eine Eismaschine - es geht auch so.

  • Voll fruchtig: Man nimmt einen Pürierstab und püriert zum Beispiel Erdbeeren, Bananen oder Ananas. Wenn das Püree sehr dick ist, kann man etwas reinen Fruchtsaft untermischen, nach Bedarf ein wenig Zucker. Dann: Rühren, rühren, rühren - und ab ins Eisfach. Für ein paar Euro gibt es auch kleine Gefrierdöschen, mit denen man Eis am Stiel zaubern kann.
  • Erste Sahne: Die Lieblingsfrüchte in kleine Stücke schneiden und gefrieren. Dann Sahne schlagen, die gefrorenen Früchte mit dem Mixer mit schlagen - fertig! Oder aber Fruchtpüree mit geschlagener Sahne gefrieren, leicht angetaut essen.

(AB)

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