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Wohin mit gebrauchter Kleidung?

Das Shirt sitzt nicht mehr richtig, und auch die Farbe gefällt dir nicht mehr. Wegschmeißen? Wir haben ein paar Ideen, was du mit gebrauchter Kleidung machen kannst.

Heute modern – morgen Müll?

Die Mode ist schnelllebig. Was heute in ist, ist schon ein paar Monate später wieder out. Viele kaufen so viel Bekleidung, dass sie sie gar nicht auftragen können. Früher war Kleidung irgendwann verschlissen, heute ist sie allenfalls nicht mehr so angesagt. Ausmisten ist an der Tagesordnung. Nach Angaben des Dachverbands FAIRwertung kommen in Deutschland pro Jahr ca. eine Million Tonnen Gebrauchtkleidung zusammen. Manches endet als Putzlumpen. Doch gerade Teile, die noch nicht alt sind, sind für den Müll zu schade. Und nachhaltiger ist es auch, getragene Kleidung nicht einfach in die Tonne zu werfen. Manchmal kann man der Freundin auch ein gutes Stück vererben oder mit dem Freund Klamotten tauschen. Doch wohin mit dem Rest? (Bildquelle: Rob Stark / Fotolia)

Secondhandshops

In den meisten Städten gibt es Secondhandläden: Das sind längst keine miefigen Geschäfte mehr, sondern hippe Shops. Dort kann man gebrauchte Klamotten abgeben. Allerdings haben die meisten dieser Shops durchaus hohe Ansprüche an die Sachen: Sie müssen modisch und gut erhalten sein – und auch zum Stil des Shops passen. Manche Läden nehmen nur Markensachen, andere eher ausgefallene Teile, wieder andere querbeet. Dass die Kleidung frisch gewaschen und gebügelt ist, versteht sich von selbst. Die Teile, die der Secondhandladen verkaufen möchte, nimmt er zumeist für einen bestimmten Zeitraum in „Kommission“. Das heißt: Der Laden kauft nichts an, sondern hängt die Ware in sein Geschäft. Nur wenn etwas verkauft wird, bekommst du dein Geld. Wie viel man bekommt, wird persönlich vereinbart. Ein Secondhandladen hat AGBs, also Allgemeine Geschäftsbedingungen. Die sollte man sich vor der Abgabe durchlesen. Dort steht häufig drin, dass man nicht Verkauftes zum vereinbarten Termin wieder abholen muss. Denn danach spenden viele Läden die Sachen. (Bildquelle: Rainer Sturm / Pixelio)

Flohmarkt

Ein echter Klassiker: Du guckst, wann in der Nähe der nächste Flohmarkt ist und machst einen Stand. Vielleicht mit einer Freundin oder einem Freund zusammen. Das macht zum einen mehr Spaß, zum anderen könnt ihr euch die Standgebühr teilen, die man in vielen Fällen bezahlen muss. Du solltest dich auf jeden Fall vorher erkundigen, was eine Flohmarktteilnahme kostet. Es gibt „Profi-Flohmarktorganisierer“, das sind richtige Unternehmen. Da ist es oft teurer als bei einem Flohmarkt der Kirchengemeinde nebenan, bei der vielleicht nur eine Kuchenspende gefordert wird. Beim Flohmarkt zählt auch der Spaß an der Sache – denn viel Geld nimmt man meist nur ein, wenn man richtig viel verkauft. Oder wenn man echte Sammlerstücke auf dem Tisch hat. (Bildquelle: LoloStock / Fotolia)

Online-Flohmärkte und Ankauf-Plattformen

Wer sich nicht stundenlang auf einen Flohmarkt hocken möchte, kann auch einen der Online-Flohmärkte nutzen. Da gibt es inzwischen sogar einige, die sich auf Klamotten spezialisiert haben. Verkaufen (oder tauschen) kann man beispielsweise auf Kleiderkreisel.de, bei Maedchenflohmarkt.de oder bei Stylehaben.de - allerdings muss man hier aufpassen, dass man nicht über Fake-Angebote abgezockt wird! Die jeweiligen Konditionen erfahrt ihr auf den Seiten. Natürlich kann man auch versuchen, über andere Online-Gebrauchtmärkte wie Ebay-Kleinanzeigen oder Markt.de Kleidung an Mann oder Frau zu bringen. Zudem gibt es mehrere Textil-Ankaufplattformen im Netz. Hier gilt es ganz genau hinzuschauen, was man für die Kleidung bekommt und ob man die Versandkosten selbst tragen muss. Zwar braucht man keine Fotos einzustellen und den Verkauf selbst händeln – aber man muss schauen, ob man mit dem Erlös zufrieden wäre. Sonst kann das Verpacken und zur Post bringen schnell lästig werden. (Bildquelle: Photographee.eu / Fotolia)

Auktionen im Netz

Die meisten denken sofort an Ebay, wenn es um Auktionen im Internet geht. Klar, das ist der „Platzhirsch“. Doch es gibt durchaus (kleinere) Alternativen, wie Auxion oder Hood. Überall kann man auch Kleidung einstellen – gefragt ist hier vor allem Markenware. Dann braucht es ein wenig Glück, dass sich mehrere Bieter finden, die sich überbieten, bis einer das Teil ersteigert. Wenn man Pech hat, geht ein Pulli oder eine Hose auch schon mal für einen Euro weg – dieses Risiko gehört zum Spiel dazu. Man kann auch höhere Startpreise oder das Ganze als „Sofortkauf“ zu einem Fixpreis einstellen, doch dafür nehmen die Plattformen meistens eine Provision. Insgesamt gilt: Bevor du dich registrierst und etwas über eine Onlineauktion verticken möchtest, solltest du auf jeden Fall ganz genau die Kosten und Bedingungen der Plattform studieren. (Bildquelle: Peter Atkins / Fotolia)

Spenden

Ehe man nur ein paar Cent für seine alten Hosen, Pullis oder Jacken bekommt, kommt man vielleicht auf den Gedanken, sie direkt zu spenden. Auch hier gilt: Man sollte nur solche Sachen spenden, die wirklich noch tragbar sind. Gute Anlaufstellen sind Einrichtungen vor Ort: Hier weiß man, dass die Sachen wirklich an die Leute kommen, die sie brauchen. Das können zum Beispiel Kinderheime oder „Die Tafel“. Oder Sozialkaufhäuser bzw. Kleiderkammern, die von Wohltätigkeitsverbänden betrieben werden. Schwieriger ist es bei Kleidersammlungen, bei denen die Sammler ungefragt einen Wäschekorb für Gebrauchtkleidung vor die Tür stellen. Dahinter stecken häufig gewerbliche Sammler. Auch gab es in der letzten Zeit immer wieder Ärger mit illegal aufgestellten Altkleidercontainern. Gemeinnützige Organisationen, die Kleidung sammeln, verkaufen diese auch oft – aber die Einnahmen kommen dem guten Zweck zugute. (Bildquelle: schootingankauf / Fotolia)

Seriöse Siegel

Bei Kleidersammlungen immer genau prüfen, wer dahinter steckt. Seriöse Sammelstellen kannst du auch beim Dachverband FAIRwertung erfragen. Außerdem hilft ein Blick auf den Sammelcontainer oder auf die Infomaterialien. Findet ihr dort eines von diesen drei Siegeln, so könnt ihr sicher sein, dass es sich um seriöse Verwerter handelt. Das Label „FairWertung“ bürgt dafür, dass bei Sozial- und Umweltstandards eingehalten werden. Das Deutsche Zentralinstitut für Soziale Fragen (DZI) verleiht ebenfalls ein Siegel: das „DZI-Spendensiegel“, das Seriosität und Transparenz garantiert. Das dritte Siegel im Bunde gibt es erst seit 2013: Hinter dem „BVSE Qualitätssiegel Textilsammlung“ steht der Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung. Wie die beiden anderen zertifiziert das Label Unternehmen, die sich zu Umweltschutz und Ethik verpflichtet haben.


(AB)

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