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Handy wiegt 75 Kilo

Ökologischer Rucksack

Wir alle haben einen Rucksack auf dem Rücken – nicht nur zum Wandern. Den ökologischen Rucksack nämlich. Wir haben einmal hineingeschaut.

Rucksack auf Wiese in den Bergen (Bild: sandra zuerlein / fotolia.com)

Egal, was wir einkaufen, immer kaufen wir auch den ökologischen Rucksack. Den sehen wir zwar nicht, doch wiegt er oft schwerer als die Produkte selbst. In ihm stecken die Ressourcen und die Energie, die ein Produkt verbraucht: und zwar von der Rohstoffgewinnung über Herstellung, Verpackung, Transport, Gebrauch bis hin zur Entsorgung. Im ökologischen Rucksack wird also alles gesammelt, was Auswirkungen auf Umwelt und Klima hat, ein ganzes Produkt-Leben lang. Auf den Punkt gebracht, ist der ökologische Rucksack also das Gewicht an Material, das bewegt werden muss, um ein Produkt herzustellen, zu nutzen und zu entsorgen.


Zu jedem Produkt gehört ein ökologischer Rucksack. Einzig: Dieser ist mal mehr, mal weniger prall. Je dicker der Rucksack, desto umweltschädlicher ist das Produkt. Und wenn wir immer nur dicke ökologische Rucksäcke mit einkaufen, dann ist unser Konsumverhalten nicht gerade gut für die Erde. Jedoch keine Regel ohne Ausnahme: Enthält ein Produkt beispielsweise sehr giftige Stoffe, so kann es umweltschädlicher sein, als es das Gewicht des Rucksacks vermuten lässt.



Im ökologischen Rucksack stecken:

  • nicht-nachwachsende Rohstoffe (zum Beispiel Kohle oder Erze),
  • nachwachsende Rohstoffe (zum Beispiel Pflanzen),
  • Abbau und Bearbeitung von Boden (zum Beispiel durch Landwirtschaft),
  • Wasser, das benötigt wurde
  • und Luft, die verbraucht wurde (zum Beispiel durch Verbrennung).


Erwachsener Mann auf dem Rücken

Lebensmittel haben ebenso einen ökologischen Rucksack wie Kleidung oder Elektroartikel. Ein Produkt, das fast jeder Jugendliche hat, fällt besonders auf: das Handy bzw. das Smartphone. Diese Geräte sind nahezu eine „Goldgrube“. Denn in Handys und Smartphones stecken viele Edelmetalle, ein wenig Gold tatsächlich und vor allem wertvolles Kupfer. Rund 10 Gramm davon werden in jedem Handy bzw. Smartphone verbaut. Alleine dafür braucht es, nach Berechnungen des Wuppertal Instiuts, 3,5 Kilo Rohstoffe, das sind dreieinhalb Tüten Milch. Hinzu kommen weitere Materialien wie andere Metalle oder Kunststoffe. Und Verpackung sowie der Energieverbrauch schlagen ebenfalls zu Buche. Insgesamt schleppt ein Handy einen 75 Kilo schweren Rucksack mit sich herum – das ist das Gewicht eines erwachsenen Mannes.



Infografik zum ökologischen Rucksack


Über 100 Millionen Handys und Smartphones, so Schätzungen, schlummern in Schubladen. Doch jedes einzelne von ihnen ist viel Wert. Also: Ungenutzte Handys sollten nicht ungenutzt herumliegen oder gar im Müll landen, sondern wiederverwertet werden. Sie sind eine Rohstoffquelle.




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